Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing – eine Männerfreundschaft

ZDF/ARTE, 2013, 90 min.
ZDF Info, 2013, 2x 43 min.

Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing, zwei Grandseigneurs der Europa- und Weltpolitik. Seit Jahrzehnten sind sie in enger Freundschaft verbunden. In den 70er Jahren lenken sie als deutscher Bundeskanzler und französischer Präsident die Geschicke ihrer Bürger, ihre Freundschaft prägt über Jahre die Entwicklung Europas und gibt wichtige Impulse für die Weltpolitik. Als Soldaten einst Feinde im zweiten Weltkrieg werden sie in der Nachkriegszeit Freunde und schließlich Verbündete an der Spitze ihrer Staaten. In harmonischem Zusammenspiel lassen sie während ihrer Amtszeit den Europäischen Rat entstehen, initiieren das G6-Gipfeltreffen und lancieren das Europäische Währungssystem. Gemeinsam bauen sie eifrig an den Grundmauern der heutigen Europäischen Union.

In „Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing: eine Männerfreundschaft“ schauen die ehemaligen Weggefährten im Dialog auf ihr Leben und Schaffen zurück. Sie gewähren uns einen Blick hinter die Kulissen der Weltpolitik, wenn sie aus dem Nähkästchen plaudern und ihre Erinnerungen über die Meilensteine ihrer Amtszeit austauschen, eine Amtszeit, die für beide von Krisen und Hürden gekennzeichnet ist. Die beiden Politiker kommen zu einem undankbaren Zeitpunkt an die Macht, Mitte der 70er Jahre, als die größte Rezession seit Ende des zweiten Weltkriegs herrscht. Trotz Widerstände im eigenen Volk – denn noch immer fällt den Nachbarn nach zwei unerbittlichen Weltkriegen die Annäherung schwer, entscheiden sich der französische Präsident und der Bundeskanzler für eine abgestimmte Krisenpolitik. Die elder Statesmen berichten uns von regelmäßigen Telefongesprächen, in denen sie politische Manöver koordinierten, wirtschaftliche Maßnahmen diskutierten und Zusammenkünfte der Weltmächte planten, bei denen der französische Präsident dem deutschen Bundeskanzler erstmals wieder auf das internationale politische Parkett verhilft. In der 90-minütigen Dokumentation von Sandra Maischberger und Dorothe Dörholt erzählen die beiden Politiker auch von persönlichen Tiefpunkten und der gegenseitigen Unterstützung in schweren Momenten und schenken dem Film Augenblicke berührender Emotionen, wie sie vor allem für den kühlen Norddeutschen Helmut Schmidt selten sind.

Buch & Regie: Dorothe Dörholt, Sandra Maischberger
Kamera: Jan Kerhart, Stefan Paul, Mark Dölling
Ton: Claas de Buhr
Schnitt: Ulrich Skalicky
Produktion: Sandra Šamec
Producerin: Nadja Frenz
Redaktion: Milka Pavlićević (ZDF/ARTE)
Produzent: Matthias Martens

2018-06-08T13:33:07+01:00