Die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen – Machtkampf um die deutsche Einheit

Die deutsche Einheit ist nicht nur das Ergebnis von Bürgerbewegung und Zusammenbruch der DDR, sondern auch Resultat eines politischen Ringens der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges. Der Film „Die Zwei-plus-Vierverhandlungen – Machtkampf um die deutsche Einheit“ von Ulrich Stein und Gerhard Spoerl zeigt die dramatischen Aspekte der schwierigen Verhandlungen, deren Ergebnis bis heute politische Auswirkungen hat.  Zwischen den beiden deutschen Staaten und der Sowjetunion, den USA, Frankreich und Großbritannien gab es 1990 monatelange Konsultationen über den zukünftigen Status eines vereinigten Deutschlands.

Archivaufnahmen und Zeitdokumente werden im Film die Situation des Jahres 1990 in Erinnerung rufen.  Zusätzlich zeigen CIA-Dokumente, dass die US-Regierung über die wirtschaftlichen und innenpolitischen Probleme der UdSSR sehr gut informiert war und früh eine Strategie entwickelte, dies für sich zu nutzen.

In Moskau herrscht heute quer durch alle politischen Lager ein politischer Konsens: Der Westen habe sein Wort gebrochen und die Sowjetunion, als sie schwach war, übervorteilt. Auch Präsident Vladimir Putin bezieht sich gerne auf den „Verrat von 1990“. Über die Frage, was Moskau 1990 tatsächlich versprochen wurde, tobt ein politischer Streit.  Aber was ist die Wahrheit?

Ist also diese Konfrontation zwischen Russland und dem Westen auch eine Reaktion auf die widersprüchliche Interpretation der damaligen Verhandlungen?

Im Film berichten die an den damaligen Zwei-plus-Vier-Verhandlungen beteiligten Politiker und Diplomaten über das dramatische Ringen um die Einheit Deutschlands und die damals getroffenen Absprachen: es kommen zu Wort die ehemaligen Außenminister der USA und Frankreichs  James Baker  und Roland Dumas, die Berater von Präsident Mitterand, Bundeskanzler Kohl und Premierministerin Thatcher Jaques Attali, Horst Teltschik und Charles David Powell, die Chefunterhändler Robert Zoellick, Dieter Kastrup, Bertrand Dufourcq und Philip John Weston, die Diplomaten Wladislaw Terechow, Vlamimir Polenov,  Jack Matlock, Frank Elbe und Wolfgang Ischinger. 

Und zum ersten Mal vor der Kamera erzählen an Hand vertraulicher Dokumente die Protagonisten der DDR-Regierung Ministerpräsident Lothar de Maizière, Außenminister Markus Meckel, Hans Misselwitz, Werner E. Ablaß und Thilo Steinbach, welche Erfahrungen sie bei dem Vereinigungsprozess machen mussten.

Autor: Ulrich Stein / Gerhard Spoerl
Redaktion: Anais Roth
Produzent: Ulrich Stein
Produktion: VINCENT PRODUCTIONS für MDR / ARTE

2019-09-13T19:38:37+01:00